Metalltechnik - Schmiedetechnik (H5)

Schmieden ist eines der ältesten Verfahren der Metallbearbeitung. Der Beruf des Schmieds hat somit eine Geschichte von mehreren tausend Jahren. Wegen seiner Fähigkeiten und seines Anteils an der Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Gesellschaft wurde der Schmied stets geachtet. Im Verlauf der Entwicklung wurde eine Spezialisierung erforderlich. Es entstanden Berufe wie Huf- und Wagenschmied, Kunstschmied, Werkzeugschmied, Messerschmied, Federschmied und andere. Auch viele artverwandte Berufe gingen aus dem Schmiedeberuf hervor.

Die ständige Entwicklung der Produktionsmittel und der Bedürfnisse forderten auch vom Schmied, sich immer wieder neuen Bedingungen anzupassen. Sie führten zu einer recht unterschiedlichen Entwicklung der Arbeitsgebiete und der Produktionseinrichtungen der einzelnen Schmiedebetriebe. Einige Handwerksbetriebe entwickelten sich zu Industriebetrieben.
Im Verlauf des bisherigen wissenschaftlich-technischen Fortschritts wurden produktive Umformverfahren, wie Walzen, Pressen, Prägen, Treiben, Ziehen, entwickelt. Das Schmieden bleibt jedoch für die Metallbearbeitung auch künftig ein geeignetes Verfahren, weil es hohe Festigkeit der Erzeugnisse bei geringem Werkstoffverlust gewährleistet. Die Produktion von Schmiedestücken ist weiterhin quantitativ und qualitativ zu erhöhen. Dazu sind die vorhandenen Kapazitäten voll auszulasten und dem Bedarf entsprechend zu erhöhen.
An unserer Schule werden alle Schmiedeberufe ausgebildet außer dem Kupferschmied. Da kaum noch jemand diesen Beruf ausübt, gibt es auch entsprechend wenige Lehrstellen.
Die Ausbildung zum Hufschmied erfolgt in eigenen Lehrgängen gemeinsam mit der Vet. Med. der UNI-Wien. Im Zuge der Ausbildung an unserer Schule, absolvieren die Lehrlinge auch die Schweißgrundausbildung. Die Kosten dafür übernimmt in großzügiger Form die Innung der Schlosser und Schmiede.

Aufgabenbereich des Schmiedes:

Die Tätigkeit des Schmieds erstreckt sich vorwiegend auf:

  • Wartung, Pflege und Instandhaltung sowie teilweise Neuanfertigung von
    Maschinen und Geräten für die Landwirtschaft und Nahrungsgüterwirtschaft.
  • Kooperationsleistungen für Betriebe der Industrie, des Verkehrs und es Bauwesens.
  • Reparaturen und Dienstleistungen für die Bevölkerung.
  • Die Herstellung der uns bekannten schönen schmiedetechnischen Formen wie:
    Kunst-, Gebrauchs- und Ziergegenstände, Ziergitter, Zäune, Laternen, Luster, Sportwaffen, usw..
  • Formschmieden: Alle Handgartengeräte entstammen einem Formschmiedebetrieb.
  • Ohne Schmied gibt es kein Auto, die wesentlichen Teile wie Kurbel- und Nockenwelle, Pleuel und Achsschenkel stellt der Formschmied her.
  • In der Medizin benötigt man diverses Operationsbesteck. Auch dieses wird vom
    Messerschmied hergestellt.

Diese vielseitigen Aufgaben verlangen gefestigte Grundüberzeugungen sowie umfangreiche Fachkenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Die Lehrzeit beträgt 3½- Jahre. Zusatzqualifikationen können durch weitere Prüfungen in verwandten Lehrberufen (wie z.B. Maschinenbautechnik, Metalltechnik – Stahlbautechnik, Dreher, …) erworben werden.

Weitere Informationen:

Infovideo über den Lehrberuf – WKO